Neuer Vorstand im SCV - Silvia Koch übernimmt das Ruder von Christoph Koßbiehl

Bürgermeister Michael Neher mit der neuen Vorstandschaft des SC Vöhringen: Norbert Gottner, Sebastian Klein, Silvia Koch, Stefan Briegel und Christin Stepanski (von links)

Der SC Vöhringen hat eine neue Vereinsführung. Wie berichtet, hat die bisherige Vorstandschaft nach vielen Jahren und Jahrzehnten ehrenamtlicher Arbeit bei der außerordentlichen Jahreshauptversammlung im vergangenen Oktober erklärt, dass sie zur Wiederwahl nicht mehr antreten wollen. Nun hat Vorsitzender Christoph Koßbiehl mit seinen Stellvertreterinnen und Stellvertretern Lisa Oellingrath (Schatzmeisterin), Renate Koßbiehl, Klaus Bergmann, Oliver Heinermann und Wolfgang Wirth wortwörtlich den Schlüssel für den Sportpark an das neue Team mit der Vorsitzenden Silvia Koch und den Stellvertretern Stefan Briegel (Schatzmeister), Norbert Gottner, Sebastian Klein und Stellvertreterin Christin Stepanski übergeben.

Einstimmig wählten die Mitglieder die 43-jährige Silvia Koch wie das gesamte Team bei der Jahreshauptversammlung am 1. Juli. Die neue Vorsitzende ist vielen im Verein bekannt. Sie ist seit 20 Jahren Mitglied im SCV und kommt ursprünglich aus der Abteilung Kegeln, wo sie schon einige Jahre Abteilungsleiterin war. Seit Jahren ist sie auch schon bei den Spring-mäusen aktiv und im Verwaltungsausschuss des Hauptvereins. Sie war die treibende Kraft, die unter anderem in vielen Gesprächen die nun gewählten Führungsmitglieder gewinnen konnte. „Als ich mich hier vor 21 Jahren niederließ, kannte ich niemanden. Das hat sich durch den SC Vöhringen gründlich geändert“, sagte sie zu ihren Beweggründen. „Ich habe gedacht, wenn ich mit den Menschen ins Gespräch gehe, muss doch etwas entstehen. Und es ist etwas entstanden.“ Es gehe nicht nur um den Fortbestand der einzelnen Abteilungen, sondern „wir haben auch Verantwortung als Arbeitgeber“. In der nächsten Ausgabe des SCVaktuell wird Silvia Koch in einem Grußwort sich mit ihrem Team und ihre Vorhaben für die Zukunft des SCV näher vorstellen.

Vor der Wahl, die Bürgermeister Michael Neher als Leiter des Wahlausschusses souverän und zügig über die Bühne brachte, gab es noch eine emotionale letzte Rede von Christoph Koßbiehl über die zahlreichen Tätigkeiten in den vergangenen Monaten und Jahren. Zum Abschluss erhoben sich die Versammelten im vollen Nebenraum der Sportpark-Gaststätte und spendeten minutenlang stehend Applaus.

Corona hat unter anderem die Auswirkung auf den größten Verein der Stadt, dass die Mitgliederzahl erstmals seit vielen Jahren wieder unter 3000er Marke gerutscht ist. „Wir sind wieder in der Aufwärtsphase, sind schon wieder nah dran an den 3000“, sagte der scheidende Vorsitzende. „Aber die Aufholjagd ist zäh und eine gewisse Delle wird uns bleiben.“ Das Angebot des Staates für einen verbilligten Mitgliedsbeitrag über einen gewissen Zeitraum habe bei Neuzugängen wenig Effekt gehabt. Viel wichtiger sei die Zusammenarbeit mit Schulen und Kindergärten.

Über zahlreiche Projekte, die angestoßen und umgesetzt wurden, wurde im SCVaktuell schon berichtet. Unter anderem wurde die Beschallungsanlage in der Sportparkhalle erneuert für 7000 Euro und die Stadt hat das Flachdach saniert, wofür der SCV anteilig für seine Gebäudeflächen 30 000 Euro zahlen muss. „Ein finanzieller Brocken“, weshalb der Verein das Angebot der Stadt für eine Ratenzahlung gerne angenommen hat. Auch hat der Verein beschlossen, alle ukrainische Kinder kostenfrei am Sportbetrieb teilnehmen zu lassen.

Ein Beispiel, wie Energiewende – zumindest zügig – nicht funktionieren kann, hatte Koßbiehl auch. Die Beleuchtungsanlage im Sportpark-Außenbereich soll komplett auf LED umgestellt werden mit einem Kostenvolumen von 110 000 Euro. Die Zuschüsse vom Bayerischen Landessportverband und andere sind schon längst bewilligt und „wir hätten schon längst gebaut, wenn die Bundeszuschüsse bewilligt wären. Wir dürfen nicht bauen ohne Genehmigungsbescheid.“ Bei der letzten Nachfrage vor dreieinhalb Monaten habe es geheißen, es seien noch nicht alle Daten eingearbeitet worden und man solle von weiteren Nachfragen absehen, man melde sich dann…

Dennoch sei der Sportpark energietechnisch mit zahlreichen Maßnahmen auf einen neuen Stand gebracht worden, noch bevor die Kosten jetzt so explodiert seien, habe man das in Angriff genommen. Nun könne jeder einzelne Nutzer dazu beitragen, beispielsweise, wenn man beim Duschen auf extra lange Sausen verzichte. Vermehrt Vandalismus sei im Sportpark in vergangener Zeit vorgekommen, der aber auch konsequent bei der Polizei angezeigt werde.

Seit 40 Jahren ist Koßbiehl im Verein ehrenamtlich tätig, 18 Jahre im Vorstand, davon zehn als Vorsitzender. Es sei viel Verantwortung, gebe aber auch Freude beim Gelingen von Projekten. Verein bedeute Geben und Nehmen. Er habe als Sportler viel Geben erfahren, um seinen Sport ausüben zu können. Aber jetzt sei er der Meinung: „Wir beide sind quitt.“

Schatzmeisterin Lisa Oellingrath wies auf einen Haushalt, in dem unter andrem 25 000 Euro an Darlehen getilgt wurden und der Kassenbestand um 100 000 Euro gestiegen ist – Geld, das aber für anstehende Aufgaben noch benötigt werde. So müsse unter anderem in die Technik in der Geschäftsstelle investiert werden und ein Kleinbus für Fahrten der Sportler angeschafft werden.

Die Sportlerehrung nahm noch Christoph Koßbiehl vor. Ausgezeichnet wurde wieder einmal Jo Stolte, der Skifahrer hat in der Masterklasse auf Landes- und Bundesebene erneut Titel und Podestplätze eingefahren. Er wurde Bayerischer Meister im Riesenslalom, Deutscher Vizemeister im Slalom, Riesenslalom und Super G.

Die Ehrungen langjähriger und verdienter Mitglieder nahm dann schon die neue Vorstandschaft vor. Viele davon haben sich in dieser langen Zeit auch ehrenamtlich in ihren jeweiligen Abteilungen und im Hauptverein eingebracht, machen es zum Teil immer noch. Silvia Koch behielt die von Christoph Koßbiehl eingeführte Tradition bei, auf bedeutende Sportereignisse der jeweiligen Jahre hinzuweisen, in denen die Mitgliedschaft begonnen hat, beim SCV mit Volljährigkeit.

Für 60 Jahre Mitgliedschaft wurden Klaus Meixner, Werner Weichsberger und Harald Weitmann ausgezeichnet.

Seit 50 Jahren Mitglied sind Ursula Andiel, Augusta Betz, Ludwig Daikeler, Bernhard Erdt, Alois Felkel, Gertrud Guderian, Gudrun Heinrich, Irmgard Köhl, Anna Maier, Karl-Otto Rüger, Adolf Schwarzbach und Katharina Stark.

Ihre 40-jährige Mitgliedschaft feiern Isolde Bentele, Werner Cerny, Margit Egerer, Jürgen Grosser, Dieter Hertel, Jürgen Hinterkircher, Franz Junginger, Michael Kast, Anna Elisabeth Konle, Waltraud Konrad, Christoph Koßbiehl, Ralf Schumann, Aloisia Schwehr, Michael Seemann, Barbara Stegmann, Christa, Süßegger, Thomas Sydow, Hildegard Wirth, Rita Wirth.

Für 25-jährige Mitgliedschaft wurden geehrt: Karin Bacherle, Monika Eisler, Norbert Gottner, Roswitha Huber, Rosalie Jodeit, Eva Klein, Helene Lenzenhofer, Johann Mahler, Wilhelm Mössner, Gerda Münzenrieder, Ruth Schließer, Dieter Stiele, Astrid Sydow, Gerhard Thurnhofer und Sigrun Thurnhofer. Einige Mitglieder wurden auch noch aus dem Vorjahr geehrt, als sie nicht dabei sein konnten.

Eine besondere Auszeichnung vom BLSV gab es für Norbert Gottner und Franz Rettig: Beide sind seit mehr als 25 Jahren Abteilungsleiter und haben in dieser Zeit ihre Abteilungen – Gottner bei Taekwon-Do, Rettig bei Tischtennis – enorm voran gebracht.

(Text: Werner Gallbronner)

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